Bus Stop Nickelsdorf

Busstop Nickelsdorf, in: Mobile Culture Studies. The Journal, Vol. 2 2016, 157-164

 

 

 

 

Mobilitätserfahrungen und Grenz-Infrastruktur

Die hier vorgestellte Animation ist die grafische Übersetzung der im Rahmen eines Forschungsprojektes gewonnenen Erkenntnisse über die Veränderungen am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Nickelsdorf im Herbst 2015, als dieser kurzfristig zu einem Hot Spot des Managements der Flüchtlingswelle über die sogenannte Balkanroute wurde. Die der Animation zugrunde liegende Zeichnung der Grenzinfrastrukturen basiert auf den Angaben des Bürgermeisters von Nickelsdorf, der maßgeblich in die Ereignisse involviert war. Die Animation zeigt in einer zeitlich und räumlich verdichteten Darstellung die Abfolge der ‚Grenz-Erfahrungen’ aus dem Blickwinkel von drei Busfahrern: dem Lenker eines Tourist_ innenbusses, der die noch offenen Grenzen passiert; dem Lenker eines Busses mit Arbeitsmigrant_ innen, der in den von der Flüchtlingswelle ausgelösten Stau gerät; sowie dem Lenker eines Busses, der explizit angefordert wurde, um Flüchtlinge vom Grenzübergang in die Notquartiere in Wien, zu den Bahnhöfen und später bis zur Deutschen Grenze zu transportieren. Mit der Schließung der Grenze zwischen Serbien und Ungarn endete nur wenige Monate später der Flüchtlingsstrom plötzlich und die Busfahrer konnten wieder ihre eingeübten Reise-Routinen und Rhythmen – nun aber stichprobenartigen Kontrollen ausgesetzt – fortsetzen.

Erschienen in: >mscj> Mobile Culture Studies. The Journal, Volume 2: Forced Mobilities, New Moorings